Sondierungsgespräch 1

31.5.2021
Online-Konferenz
Online-Konferenz
Transformation von Handelsimmobilien im Zuge einer aktivierenden Stadtentwicklung
Perspektiven für einen intelligenten Umgang mit den Bestandsimmobilien - besonders mit Blick auf leerstehende Erdgeschosszonen und Kaufhäuser.

Thema

Bei der Transformation unserer Stadtzentren und Stadtteilzentren geht es in den kommenden Jahren maßgeblich um einen intelligenten Umgang mit den Bestandsimmobilien; besonders im Blick stehen dabei leerstehende Erdgeschosszonen sowie Kaufhäuser, zunehmend auch Shopping-Malls.

Im Vorlauf zur Perspektivenwerkstatt „URBANE STRATEGIEN zur Transformation von Stadt- und Stadtteilzentren“, die am 21. Juni stattfindet, sondiert ein kleiner Kreis von Akteur:innen, die in diesem Handlungs-, Forschungs- und Geschäftsfeld bereits unterwegs sind, das mögliche perspektivische Spektrum „intelligenter“ Lösungsansätze – im Sinne folgender Einstiegsfragen:

  • Wie können (ehemalige) Handelsimmobilien als Bausteine aktivierender Zentrenentwicklung eine neue Relevanz im Stadtalltag bekommen?
  • Welcher Nutzungsmix, welche Projektentwicklungs-, Träger- und Betriebsmodelle sind zielführend und tragfähig?

Aus dem Blickwinkel der Vernetzungsinitiative stehen weitere Fragen im Blick:

  • Welche gesellschaftlichen und unternehmerischen Mehrwerte können durch ein Zusammenspiel ganz unterschiedlicher Akteure bei Projektentwicklung, Betrieb und Management geschaffen werden?
  • Welche Lösungen für ein befruchtendes und Eigendynamik entwickelndes Zusammenspiel zwischen gewerblichen und gemeinwesenorientierten Nutzungen und Akteuren sind denkbar – im Sinne einer neuen, lebendigen Stadtkultur und Beförderung einer vielfältigen Community?

Der Impuls zu dieser Runde ging von der Stadt Offenbach, der degewo Berlin und der Landmarken AG aus, die sich im Netzwerk „Gemeinsam für das Quartier“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln für dieses Thema engagieren. Die Ergebnisse fließen in die Perspektivenwerkstatt „URBANE STRATEGIEN…“ ein und werden auf der zukünftigen Website des Netzwerkes dokumentiert.

Agenda

Online-Konferenz am 31.5.2021

10:00 - 10:15 Uhr

Einstieg

Es moderiert:

  • Dr. Ulrich Berding, plan zwei Stadtplanung und Architektur, Stadt als Campus e.V.

10:15 - 11:30 Uhr

Sondierungsrunde 1

Es moderiert:

  • Prof. Reiner Schmidt, Hochschule Anhalt, Stadt als Campus e.V.

Aktuelle Ansätze, um (ehemalige) Handelsimmobilien zu Bausteinen aktivierender Zentrenentwicklung zu entwickeln

Diskurs mit Impulsen von Praktiker:innen

  • Thomas Binsfeld, Landmarken AG ↗Präsentation (pdf)
  • Katrin Baba-Kleinhans, degewo Berlin
  • Christiane Auffermann, Trendscout IHK Mittleres Ruhrgebiet und Nina Hangebruch, TU Dortmund, Fakultät Raumplanung ↗Präsentation (pdf)
  • Bozica Niermann, Stadt Offenbach, Amtsleiterin Wirtschaftsförderung und Liegenschaften ↗Präsentation (pdf)

11:30 - 12:30 Uhr

Sondierungsrunde 2

Es moderieren:

  • Dr. Ulrich Berding, plan zwei Stadtplanung und Architektur, Stadt als Campus e.V.
  • Prof. Reiner Schmidt, Hochschule Anhalt, Stadt als Campus e.V.

Impuls aus dem Blickwinkel angehender Architekt:innen von:

  • Prof. Dr. Tatjana Schneider, TU Braunschweig, Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt (GTAS)

Diskurs zu Perspektiven und Vertiefungen im Rahmen der Vernetzungsinitiative – z.B. im Rahmen von Praxiswerkstätten, Szenarien und LivingLabs

12:30 Uhr

Ausblick, nächste Arbeitsschritte

Es moderiert:

  • Dr. Ulrich Berding, plan zwei Stadtplanung und Architektur, Stadt als Campus e.V.

report

Ergebnis

Impulse der Vernetzungsinitiative zur Transformation von Handelsimmobilien

Gemeinsam Prototypen entwickeln!

Um diese und weiterführende Fragen zu beantworten, wird eine der zukünftigen Kernaufgaben der Vernetzungsinitiaitve darin bestehen, dazu beizutragen, gemeinsam Prototypen für eine gemeinwesenorientierte Transformation von Handelsimmobilien auf den Weg zu bringen. Im Ergebnis der Sondierungsrunde mit einem guten Dutzend Praktiker:innen aus Stadtentwicklung, Immbobilien- und Wohnungswirtschaft, Handel, Kultur- und Kreativwirtschaft wurden dabei drei Aufgaben besonders in den Blick gerückt: einen produktiven gewerblich/gemeinnützigen Nutzungsmix zu kultivieren, zielführende Trägerstrukturen zu erfinden und ein eigendynamisches Zentren-, Quartiers- und Communitymanagement zu gestalten.

Ausgangsbasis für das gemeinsame Prototyping - das zeigte die Runde - ist die Offenheit aller Beteiligten für neue Lösungen, ihr Interesse an einem unkomplizierten Zusammenwirken bei der Gestaltung der neuen Entwicklungsaufgaben sowie das wechselseitige Verständnis für die angesichts der Transformation anstehende Weiterentwicklung angestammter Handlungs- und Geschäftsfelder der beteiligten Partner. Stephan Willinger, fachlicher Begleiter des noch jungen Netzwerkes der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, begrüßte die mittlerweile entwickelte Dynamik des Netzwerkes und den gemeinsam herausgearbeiteten Blick auf die Transformation von Handelsimmobilien - und ermunterte die Beteiligten zur Entwicklung bislang unerprobter Modelle.

Zu den Treibern der neuen Entwicklungsaufgaben und zu den Impulsgebern der geladenen Netzwerkrunde gehörten

  • für die kommunale Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung: die Stadt Offenbach mit Bozica Niermann, Amtsleiterin Wirtschaftsförderung und Liegenschaften
  • für die kommunale Wohnungswirtschaft: die degewo in Berlin mit Katrin Baba-Kleinhans, Abteilungsleiterin Quartiersmanagement sowie
  • für die Immobilienentwickler: die Landmarken AG mit Thomas Binsfeld, Mitglied der Geschäftsleitung.

Weitere, exemplarische Impulse für lokale Ansätze und neue Geschäftsmodelle in Reaktion auf den zunehmenden Online-Handel kamen von der IHK Mittleres Ruhrgebiet (Christiane Auffermann, IHK Trendscout) und der TU Dortmund, Fakultät Raumplanung (Nina Hangebruch). Zum Einsteig in die Perspektivendiskusssion öffnete Prof. Dr. Tatjana Schneider, Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Stadt an der TU Braunschweig in einem abschließenden Impuls den Blick für visionäre Denkansätze angehender Stadtmacher:innen aus Architektur und Städtebau - am Beispiel einer kreativen Transformation des leer stehenden Braunschweiger Galeria Kaufhaus Gebäudes, gegenüber von den ECE-Schloss-Arkaden.

„Creative Places & Communities“ als Schlüssel zur Transformation

Hintergrund der Sondierungsrunde war die in den vorangegangenen Diskursen gemeinsam gewonnene Erkenntnis,

  • dass kreative Places & Communities eine Schlüsselfunktion bei der aktivierenden Stadtentwicklung haben,
  • dass das Spektrum der Lösungen und der Anknüpfungspunkte für solche Schlüsselprojekte noch längst nicht ausgereizt ist,
  • dass die Entwicklungen hier gerade auch von den Innenstädten, den Stadtteil- und Quartierszentren ausgehen sollte und
  • dass die Transformation von Handelsimmobilien viel versprechende Perspektiven für neuere Ansätze bereithält, die längst noch nicht alle in Szenarien und Prototypen durchgespielt sind.

Die Sondierungsrunde verdeutlichte, dass die Kommunen, die kommunale Wohnungswirtschaft sowie die Immobilienentwickler dabei als Projektpartner und -verantwortliche vor durchaus ähnlichen Herausforderungen stehen. Zusammen mit den Protagonisten der Runde werden die Moderatoren der Vernetzungsinitiative deshalb geeignete ko-produktive und ko-kreative Arbeitsschritte sondieren, um eine exemplarische Transformation von Handelsimmobilien zu neuen gemeinwesenorientierten Stadtbausteinen im Rahmen eines Prototyping  auf den Weg zu bringen - auch im Rückgriff auf künstlerisch-performative Strategien aktivierender Stadtentwicklung.

Abbildungen

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