Wie wird die Stadt zum Entfaltungsfeld für junge Stadtmacher:innen und Creative Communities, zum Experimentierfeld für performative FORMATE, kreative ORTE und kommunale STRATEGIEN und zum Interaktionsfeld für Allianzen zwischen etablierten und neuen Stadtmacher:innen?
Die Suche nach Antworten auf diese drei Leitfragen der Initiative STADT ALS CAMPUS war auch ein wichtiges Thema der Vernetzungsinitiative „Gemeinsam für das Quartier“, zusammen mit Christian Huttenloher, dem Team des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (DV) und vielen engagierten Netzwerkpartner:innen, Verbänden und Initiativen.
Dank der Fokussierung auf drei Handlungsfelder mit besonderem Innovationspotenzial (Innenstadttransformation / Transformation von Großimmobilien und Entwicklung Dritter Orte / kulturelle Wohnquartierentwicklung ) und Dank der unkomplizierten Zusammenarbeit mit Vorreiter:innen der Entwicklung konnten eine ganze Reihe von Antworten zusammengetragen und herausgearbeitet werden. Sie sind in Berichten, Handlungsempfehlungen und Broschüren zusammengefasst, werden von vielen Netzwerkpartner:innen im Stadtentwicklungsalltag reflektiert, weiterentwickelt und weitergegeben.
Wie kann es weitergehen?
Die Vernetzungsinitiative zielte auf Eigendynamik und sie setzte auf Eigeninteresse. Und so wurden aus der Initiative heraus weiterführende, eigenständige Initiativen entwickelt. Aus dem Blickwinkel der Initiative STADT ALS CAMPUS sind hier einige aufgeführt, bei denen wir selbst weiter aktiv und beteiligt sind.
(1) DRITTE ORTE und TRANSFORMATION VON GROSSIMMOBILIEN
Die Vernetzungsinitiative hat gezeigt: Dritte Orte können zu wichtigen Impulsgebern aktivierender Stadtentwicklung werden. Das Spektrum der Ansätze erweitert sich ständig. Es reicht von einer Vielzahl bürgerschaftlich getragener Begegnungsorte in Nordrhein-Westfalen über junge soziokulturell/kreativwirtschaftlich orientierte bottom-up-Initiativen wie der "Initiative Hüttenstraße" in Hannover bis zu gemeinwesenorientierten Großimmobilientransformationen wie dem "Stadthof Hanau" oder dem "Neuen Amt Altona".
Wir greifen den aktuellen Hype um das Thema auf: mit einem neuen Netzwerk in gemeinnütziger Trägerschaft. Initiator aus der Vernetzungsinitiative ist Tobias Bäcker, langjähriger Begleiter des Landesprogrammes "Dritte Orte" in Nordrhein-Westfalen. Träger ist das Programmbüro "pro loco". Ein Sounding Board mit Partnern aus der Vernetzungsinitiative und weiteren Voreiter:innen sorgt für Reflexion, Weiterentwicklung und Verankerung des Themas im stadt- und gesellschaftspolitischen Geschehen.
Die Dritten Orte mit ihren spezifischen Herausforderungen haben einen hohen Bedarf an Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer – also an direktem Kontakt und Vernetzung untereinander. Deswegen macht es sich die Initiative NETZWERK DRITTE ORTE zur Aufgabe, eine Plattform für den direkten Austausch aufzubauen. Darüber hinaus sollen Projekte auf einer „Landkarte der Dritten Orte“ sicht- und auffindbar werden – offen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in Zusammenspiel und Synergie mit bestehenden Netzwerken.
Aus dem Blickwinkel einer aktivierenden Stadtentwicklung sollen darüber hinaus innovative Projektprofile im Schnittfeld von Soziokultur, social Entrepreneurship, Kreativwirtschaft und kultureller Stadtentwicklung diskutiert und protegiert werden, z.B. im Rahmen der Kleinstadtentwicklung oder der Innenstadttransformation.
Das Themenspektrum der „Dritten Orte“, das die Vernetzungsinitiative unter anderem verfolgte, wird im NETZWERK DRITTE ORTE also weitergedacht. Das Sounding-Board formiert sich im Januar 2026. Die Auftaktkonferenz findet am 5. Februar 2026 unter dem Motto "ZUsammenKUNFT" in Schwerte statt. Gäste sind willkommen!
Ansprechpartner sind Tobias Bäcker baecker@pro-loco.eu und Reiner Schmidt schmidt@stadt-als-campus.de.
Mehr Informationen finden Sie hier.
Zum Themenschwerpunkt der gemeinwesenorienierten TRANSFORMATION VON GROSSIMMOBILIEN wird vom DV ergänzend ein Verteiler für interessierte Akteur:innen eingerichtet, über den sich künftig weitere Austauschformate entwickeln können.
Ansprechpartnerin ist Lilian Krischer l.krischer@deutscher-verband.org
(2) DIALOG DER GENERATIONEN
Die Förderung von Allianzen zwischen etablierten und neuen Stadtmacher:innen sowie die Integration der jungen Generation und von Creative Communities in Strategien und Prozesse aktivierender Stadtentwicklung gehörte zu den zentralen Anliegen der Vernetzungsinitiative. Diesem Ziel widmen sich inzwischen erfreulich viele Akteure. Die Initiative STADT ALS CAMPUS führt den Generationendialog anknüpfend an die Vernetzungsinitiative mit zwei Schwerpunkten fort:
In einer bundesweiten Kommunikationsoffensive wollen wir den handlungsorientierten Austausch zur Zusammenarbeit mit der jungen Generation sowie mit Kultur- und Kreativschaffenden bei der aktivierenden Stadtentwicklung fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen einerseits aktivierende Kleinstadtstrategien und andererseits Innenstadt- und Immobilien-Transformationen in großen Städten. Vorreiter:innen aus der Vernetzungsinitiative sind etwa die "Agentur Mitte" in Offenbach, die "Kreativbehörde" in Regensburg oder die Projektpartnerschaften in Bernburg und Helmstedt. Ziel der Kommunikationsoffensive ist eine Kultivierung des begonnenen Dialoges zwischen etablierten und neuen Stadtmacher:innen sowie ein handlungsorientierter Know-How-Transfer.
In der "Initiative Stadt als Campus Sachsen-Anhalt" geht es in ergänzend darum, auf Landesebene konkret zu werden und zu erproben, was geht: So sollen möglichst in allen neun Hochschulstädten kulturelle Entfaltungsräume und stadtentwicklungspolitische Experimentierfelder junger Stadtmachender aus den Hochschulen auf den Weg gebracht und sichtbar werden. Die Landesinitiative entstand im Kontext der Vernetzungsinitiative; sie wird vom Wissenschaftsministerium gefördert und von den Ministerien für Wirtschaft und für Infrastruktur begleitet. Perspektivisches Ziel ist es, das Engagement von Hochschulen, Studierenden und Absolvent:innen im Stadtalltag und in der Stadtgesellschaft nachhaltig zu verankern und impulsgebend wirksam werden zulassen.
Ansprechpartner sind Helena Philipp philipp@stadt-als-campus.de und Reiner Schmidt schmidt@stadt-als-campus.de.
Auch von Seiten des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V. geht der Austausch der Generationen weiter. Das Online-Dialogformat „Generationenfrage Gemeinwohl“ führt seit 2023 unterschiedliche Akteure und Generationen, insbesondere auch neue Stimmen und Ideen, zu Fragen von Gemeinwohl und ganzheitlicher Nachhaltigkeit in Wohnungswesen und Stadtentwicklung zusammen. Den Austausch organisiert der DV gemeinsam mit den Praxiskoordinator:innen Lisa Hahn, Referentin Gemeinwohl bei der Montag Stiftung Urbane Räume und Dr. Paul Kowitz, Geschäftsführender Gesellschafter bei der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und Geschäftsführer von Kowitz Policy Consultants.
Mehr Informationen finden Sie hier.
(3) KULTURELLE UND PERFORMATIVE STADTENTWICKLUNG
Die Potenziale der performativen Künste für eine aktivierende und kulturelle Stadtentwicklung sind erst in Ansätzen ausgeschöpft. Zu Vorreiter:innen in der Vernetzungsinitiative gehörte u.a. das Göttinger Junge Theater JT in Kooperation mit dem Kommunikations- und Aktionszentrum KAZ. Weiterführende Gespräche mit Protagonist:innen der Münchner Kammerspiele, des Theaterfestivals Hannover und Braunschweig sowie mit Kampnagel Hamburg verdeutlichten die Innovationskraft kultureller Einrichtungen bei aktivierenden Innenstadtstrategien sowie insgesamt in der aktivierenden und kulturellen Stadtentwicklung.
Auch die kommunalen Berliner Wohnungsunternehmen DEGEWO, GESOBAU, HOWOGE und die GEWOBAG, etablierten teilweise mit eigenen Stiftungen oder dem unternehmensinternen Quartiersmanagement die kulturelle Wohnquartiersentwicklung als Bestandsteil ihrer Unternehmensstrategie. Unter dem Motto „MV kann Kunst“ hat das Netzwerk Märkisches Viertel mit Initiative der GESOBAU im Netzwerk lokal Engagierter niedrigschwellige Kulturarbeit mit unterschiedlichen Formaten in der Großwohnsiedlung platziert.
Um perspektivische Anknüpfungspunkte für performative Koproduktionen in der aktivierenden Stadtentwicklung zu sondieren, wird STADT ALS CAMPUS zusammen mit interessierten Partner:innen aus den Theaterszenen in 2026 den Gesprächsfaden aufgreifen und weiterführen.
Ansprechpartner sind Tobias Sosinka vom JT Göttingen sosinka@junges-theater.de und Reiner Schmidt schmidt@stadt-als-campus.de
.jpg)



